Ich hatte eine barolofreie Wochenendreise eingeschoben und war wild entschlossen, sie zu genießen, als die erste SMS aus Wien eintraf. Es sei sehr heiß, stand darin zu lesen, Wien ein Hochofen, aber man selbst halte das aus und mein Hund Barolo auch.
In der blauen Stunde bestellt mein Hund Barolo manchmal, wenn ihm danach ist, einen Gin Tonic und befiehlt mir, „die schwarze CD" einzulegen.
Plötzlich war mein Hund Barolo verschwunden. Ich suchte zuerst im Schatten. Wenn die Sonne ernsthaft herunterbrennt, verzieht sich der Hund gern einmal unter einen Baum oder einen Strauch, dort konnte ich aber nicht nachschauen, weil es mitten in der Stadt keinen Strauch und keinen Baum gibt.
Wir saßen im Café und sprachen über dies und das, zum Beispiel Smoothies. Ich ärgerte mich gerade, dass mein Lieblingssmoothie, der grüne, „Kiwi, Apfel und Limette", bei meinem Lieblingsbilla in Wien Mitte nicht erhältlich ist, und die Herrschaften von „Innocent", mit denen ich am Tisch saß, versprachen, sich darum zu kümmern. Großartiger Erfolg. Sollte ich in Zukunft meinen liebsten Sommersnack im Kühlregal vorfinden, bloß weil ich gesagt hatte, dass er mir fehlt? Ich fühlte mich wichtig.
Mein Hund Barolo liegt vor mir. Er schläft. Er schläft gern und viel, und er träumt, seine Pfoten zucken, weil er im Traum der Katze nachrennt. Weiß jemand von Euch, ob Hunde die Katze im Traum erwischen? Ich bin mir nicht sicher, weil hie und da schmatzt der Hund im Schlaf und leckt sich die Lippen, aber der Mittelteil fehlt.
London Nord, Nile Street, Jamie Oliver Offices. Ein ganzer Häuserblock, neben dessen Eingangstüren der Namensschriftzug des jungen, berühmten Fernsehkochs zu sehen ist. Großraumbüros, an Reihen von Schreibtischen junge Menschen hinter ihren Apple-Computern. Jamie sitzt in einem Glasverschlag, Jeans, kariertes Hemd, und fummelt an seinem iPad herum, den er sich gerade aus Amerika kommen ließ. Hey, sagt er, Hand auf die Schulter. Unmöglich, dass sich hier jemand siezen würde.
Meinem Hund Barolo ist heiß. Früher schaltete er, wenn ihm die Hitze zusetzte, von normaler Atmung auf offensives Gehechel um, beließ es aber dabei. Er wusste, dass mich das Hecheln mürb machen würde. Er vertraute darauf, dass ich ihm als Gegenmaßnahme Eiswürfel in den Napf schmeißen würde oder ihm mit einem feuchten Tuch die Stirn kühlen. Manchmal servierte ich auch den Eukanuba-Sommercocktail: etwas Trockenfutter mit crushed ice. Kam super an.
Wenn mein Hund Barolo und ich spazieren gehen, treffen wir auf vielleicht 300 Straßenmetern eine interessante Auswahl an Roma-Musikern. Diese sitzen in wechselnder Reihenfolge an dafür vorgesehenen Plätzen und spielen Quetsche.
Als zuletzt in unserem feinen Weinviertler Dorf Feuerwehr-Kirtag gefeiert wurde, bestand mein Hund Barolo darauf, tanzen zu gehen. Er tanzt gerne. Früher tanzte er auf den Hinterbeinen, die Vordertatzen auf meine Schultern gelegt, und sobald ich einen Schritt machte, der gegen die strengen Regeln der lateinamerikanischen Rhythmen verstieß, machte mich der Hund mit seiner langen, rosa Zunge darauf aufmerksam. Heute erhebt sich der Barolo nur noch selten auf die Hinterbeine. Er tanzt auf allen vieren - womit er bei vielen Kirtagen durchaus nicht auffällig wirkt.
Illustration: Markus Roost
Die Hitze von Sardinien, gekonnt pariert durch übermäßigen Kaffeegenuss. Aber als die Sonne unterging, begannen die Sarden zu kochen, und wie.
Illustration: Lorenz Meier
Was zeichnet die gesamtschweizerische Küche aus? Die Kochlegende Marianne Kaltenbach hat eine solche überhaupt erst geschaffen. Jetzt wird Ihre Kochbibel neu aufgelegt. Ein guter Grund für eine umfassende Bestandesaufnahme im Röstiland Schweiz
Über die Schwierigkeit von Menschen mit Kindern, mit Menschen ohne Kinder befreundet zu sein.
