Erst einmal: Gratulation! Nicht jeder von uns schafft es tatsächlich, dem meist in Katerschieflage gefassten Vorsatz, ab morgen für drei Monate keinen Alkohol mehr zu trinken, auch erhobenen Hauptes in die Wirklichkeit hinüberzuretten. Zweitens: Fröhlich! Dass Sie besagten Abstinenzvorsatz mit der Vorgabe verbinden, an Ihrem übrigen Gesellschaftsleben nichts zu ändern, und dass Sie dabei Ihr berühmtes Gewinnerlächeln aufblitzen lassen, zeichnet Sie als sozialen Extremsportler aus.
Denn ich werde Ihnen - und glauben Sie mir, ich habe das Thema
gründlich recherchiert - etwas Überraschendes verraten: an den puren
Fakt, dass Sie das Dinner von nun an nicht mit einer Champagnerflöte,
sondern mit einem Glas Karottensaft beginnen, haben Sie sich schneller
gewöhnt als Sie es sich selbst geglaubt hätten, Weinkenner der Sie
sind, Genießer, als den Sie die anderen kennen.
Das war bereits das hässliche Stichwort: Die anderen.
Weil Sie selbst sortieren schon nach wenigen Tagen nur noch die Vorteile des Alltags ohne Alkohol. Guter, tiefer Schlaf, problemloses Erwachen, signifikant geringere Restaurantrechnungen und die sinnlose Freude, wenn Sie beim nächtlichen Autofahren endlich von einer Polizeistreife aufgehalten werden.
Aber die anderen - die Freunde und Verwandten; die Geschäftspartner und Bürokollegen; die Zugewandten und Rivalen. Sie werden von nun an keine Gelegenheit auslassen, um Ihre soziale Ausdauer auf die Probe zu stellen, und zwar systematisch.
Zu Mittag beim Italiener: „Sollten wir nicht ausnahmsweise einen halben Chianti..." (harhar, nice try, aber den Essig lächeln Sie natürlich weg wie nichts).
Aber beim Cocktail im Festsaal des Rathauses, wo irgendeine Feierlichkeit mit Kaderpersonal zu begehen ist: „Sag mal, unter uns: hast Du ein Problem mit dem Trinken?" Plötzlich ist das Wasserglas in Ihrer Rechten eine scharfe Waffe, die ein - auffällig gut gelaunt - besorgter Kollege mit unangenehmem Sekt-Atem gegen Sie wenden möchte, und Ihnen schießt, so ungerecht das auch sein mag, das Blut in den Kopf, wenn Sie den eigenen, verbindlich vorgetragenen Argumenten zuhören, warum ein gesunder Mann in den besten Jahren von Zeit zu Zeit eine Pause vom Wein einlegen sollte, so wie Sie es gerade tun...wissen Sie, wie Sie klingen, bei allem Respekt? Sie hören sich an, als wollten Sie den „Wachturm" verkaufen oder sowas.
Stellen Sie sich für einen Augenblick vor, der Sekt-Atem und Sie würden Gestalt und Rollen tauschen. Spüren Sie das überhebliche Lächeln, wie es auf Ihre Lippen kriecht?
Die Strategie ist also klar. Entweder Flucht nach vorne und drei Monate lang „Wachturm", aber Spaß macht das nicht. Alternative: Flucht ins Privatleben. Wissen Sie, wie viele Romane und Kinofilme in drei Monaten ohne Networking stecken? Kann ich nur empfehlen. Oder aber Sie folgen dem Tipp des Ernährungsphilisters Michel Montignac und nehmen zur Tarnung jedes Glas Sekt in die Hand, das man Ihnen anbietet, ohne freilich davon zu trinken. Ich mag diese Lösung nicht, auch wenn Sie vermutlich sehr praktikabel ist.
Sie könnten allerdings auch morgen früh den unvorsichtig gefassten Abstinenz-Vorsatz einfach sinnlos finden. In diesem Falle: Prost Mahlzeit
Das war bereits das hässliche Stichwort: Die anderen.
Weil Sie selbst sortieren schon nach wenigen Tagen nur noch die Vorteile des Alltags ohne Alkohol. Guter, tiefer Schlaf, problemloses Erwachen, signifikant geringere Restaurantrechnungen und die sinnlose Freude, wenn Sie beim nächtlichen Autofahren endlich von einer Polizeistreife aufgehalten werden.
Aber die anderen - die Freunde und Verwandten; die Geschäftspartner und Bürokollegen; die Zugewandten und Rivalen. Sie werden von nun an keine Gelegenheit auslassen, um Ihre soziale Ausdauer auf die Probe zu stellen, und zwar systematisch.
Zu Mittag beim Italiener: „Sollten wir nicht ausnahmsweise einen halben Chianti..." (harhar, nice try, aber den Essig lächeln Sie natürlich weg wie nichts).
Aber beim Cocktail im Festsaal des Rathauses, wo irgendeine Feierlichkeit mit Kaderpersonal zu begehen ist: „Sag mal, unter uns: hast Du ein Problem mit dem Trinken?" Plötzlich ist das Wasserglas in Ihrer Rechten eine scharfe Waffe, die ein - auffällig gut gelaunt - besorgter Kollege mit unangenehmem Sekt-Atem gegen Sie wenden möchte, und Ihnen schießt, so ungerecht das auch sein mag, das Blut in den Kopf, wenn Sie den eigenen, verbindlich vorgetragenen Argumenten zuhören, warum ein gesunder Mann in den besten Jahren von Zeit zu Zeit eine Pause vom Wein einlegen sollte, so wie Sie es gerade tun...wissen Sie, wie Sie klingen, bei allem Respekt? Sie hören sich an, als wollten Sie den „Wachturm" verkaufen oder sowas.
Stellen Sie sich für einen Augenblick vor, der Sekt-Atem und Sie würden Gestalt und Rollen tauschen. Spüren Sie das überhebliche Lächeln, wie es auf Ihre Lippen kriecht?
Die Strategie ist also klar. Entweder Flucht nach vorne und drei Monate lang „Wachturm", aber Spaß macht das nicht. Alternative: Flucht ins Privatleben. Wissen Sie, wie viele Romane und Kinofilme in drei Monaten ohne Networking stecken? Kann ich nur empfehlen. Oder aber Sie folgen dem Tipp des Ernährungsphilisters Michel Montignac und nehmen zur Tarnung jedes Glas Sekt in die Hand, das man Ihnen anbietet, ohne freilich davon zu trinken. Ich mag diese Lösung nicht, auch wenn Sie vermutlich sehr praktikabel ist.
Sie könnten allerdings auch morgen früh den unvorsichtig gefassten Abstinenz-Vorsatz einfach sinnlos finden. In diesem Falle: Prost Mahlzeit

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