Stellen wir uns vor, wir hätten einen Chef. Stellen wir uns weiter vor, unser Chef hätte mindestens eine Leidenschaft, und die wäre nicht das Erbsenzählen, sondern das Zigarettenrauchen. Stellen wir uns drittens vor, wir selbst wären leidenschaftliche bis messianische Nichtraucher, was Gott und die Welt wüssten, außer unserem Chef, der nebenbei den frequenten Kontakt zu seinen Mitarbeitern sucht und zu diesem Zweck des öfteren, und zwar unangemeldet, in unserem Zimmer stünde, um das eine oder andere mit uns zu besprechen. Day-Time-Socialising nennt er das übrigens.
Klar, blöd sind wir nicht, deshalb haben wir nach dem ersten Besuch, als der Herr Chef uns während seines 20minütigen Aufenthalts das Büro in eine Hafenkneipe verwandelte, alles weggeräumt, was als Aschenbecher dienen könnte: den Aschenbecher, den wir einst als Trophäe aus dem Hotel „Duomo" in Mailand mitgebracht hatten, aber auch die Untertasse zu unserem Wedgewood-Teeservice, sämtliche Pappbecher und selbst das Glas, aus dem wir die vom Betriebsarzt empfohlenen zwei Liter Sommerleitungswasser trinken - denn in diesem Glas, das nicht einmal leer war, landeten beim zweiten Besuch gleich zwei Zigarettenkippen, die das Wasser gefährlich eintrübten und mich auf widerwärtige Weise an meine Zeit beim Militär erinnerten, wo halbvolle Sardinendosen die Funktion des Wasserglases übernahmen. Seltsam. Wie sich die Uniformen ändern, nicht aber die Manieren, was Kippen betrifft.
Jetzt aber. Chef will tatsächlich schon wieder in unserem Office socialisen, und schon pflückt er die Schachtel mit seinen Ultraleicht-Zigaretten aus der Hosentasche. Was tun? In wenigen Minuten wird er seine Kippe im Luftschlitz der Klimaanlage versenken...
Wenn wir's ganz linear probieren - „macht es Ihnen etwas aus, hier nicht zu rauchen" - können wir uns ausrechnen, dass die Antwort - „Ach. Wir sind doch hier nicht in Amerika" - lautet, und was sollen wir dann sagen, außer blöd lachen? Den Werkschutz holen? Das Atemschutzgerät einschalten? Einen Pseudokruppmäßigen Hustenanfall simulieren?
Wissen Sie, was wir machten? Wir entschuldigten uns, gingen rasch raus und kamen nie mehr zurück. Nichtrauchen verlangt Konsequenz.
Jetzt aber. Chef will tatsächlich schon wieder in unserem Office socialisen, und schon pflückt er die Schachtel mit seinen Ultraleicht-Zigaretten aus der Hosentasche. Was tun? In wenigen Minuten wird er seine Kippe im Luftschlitz der Klimaanlage versenken...
Wenn wir's ganz linear probieren - „macht es Ihnen etwas aus, hier nicht zu rauchen" - können wir uns ausrechnen, dass die Antwort - „Ach. Wir sind doch hier nicht in Amerika" - lautet, und was sollen wir dann sagen, außer blöd lachen? Den Werkschutz holen? Das Atemschutzgerät einschalten? Einen Pseudokruppmäßigen Hustenanfall simulieren?
Wissen Sie, was wir machten? Wir entschuldigten uns, gingen rasch raus und kamen nie mehr zurück. Nichtrauchen verlangt Konsequenz.

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