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Endlich satt

Kolumnen Kurier Freizeit • 8. January 2010
Mein Hund Barolo erholte sich von der plötzlichen Erkrankung seines Innenlebens schneller, als jede Prognose das vorgesehen hätte. Knapp, nachdem ich ihm angespannt dabei zugesehen hatte, wie er einen Fingerhut Wasser zu sich nahm - wird er ihn behalten? Ist der Fingerhut zu viel für ihn? -, teilte mir der Hund auf allen Kanälen mit, dass ihn nur noch eine Sache quäle - Hunger.

Zuerst das Gute

Kolumnen Kurier Freizeit • 12. October 2009
Die Art und Weise, wie mein Hund Barolo sein Futter zu sich nimmt, ist philosophisch wertvoll. Er frisst zuerst das Gute, dann den Rest: Wenn er zum Beispiel Trockenfutter bekommt, in das eine ordentliche Portion Frischfleisch hineingemengt wurde, fällt der Hund über das Frischfleisch her und lässt das Trockenfutter übrig. Mit hochgezogenen Lippen und erstaunlicher Finesse stochert er die Leckerbissen aus dem Napf, den Rest lässt er stehen.
Mein Hund Barolo beugt seinen Kopf über den gut gefüllten Napf und nimmt hastig einen Bissen: die innere Unruhe, dass dem Servieren des Mittagessens dessen unmittelbare Entfernung drohen könnte, hat das Tier auch in den langen Jahren der ausreichenden Dauerversorgung nicht abgeschüttelt. Der erste Bissen wandert den Schlund hinunter, als sich dem Hund die Haare auf dem Rücken sträuben und ich über seinem Kopf in bester Duck'scher Denkblasen-Tradition die Frage aufsteigen sehe: „Was fresse ich hier eigentlich?"
Mir fiel erst auf, dass mein Hund Barolo ausgerechnet heute das Futter mit „ganz viel grünem Pansen" zu sich genommen hatte, als er nach der Mahlzeit den traditionellen Weg zu mir unternahm, um mir aus der Tiefe seines Rachens „Danke" entgegenzuhauchen. Meine Antwort fiel aus. Ich kippte um.
Ich erwachte, weil mich Don Pietro an der Schulter zupfte.
„Komm", sagte er. „Wir werden erwartet."
Es ist so: mein Hund Barolo tut plötzlich so, als hätte er keinen Appetit mehr. Früher, als er jung war, hat er ungefähr alles gefressen, was man fressen konnte, manchmal auch mehr, ungefähr so wie das Sams. Kennt ihr das Sams? Das wunderbare, rothaarige Wesen mit dem Taucheranzug, das Wünsche erfüllen kann und dafür nur einen Punkt im Gesicht hergeben muss? Das Sams, das sich der wunderbare Schriftsteller Paul Maar ausgedacht hat, das Seife isst und Porzellanteller und damit beim Essen ungefähr so wählerisch ist wie Averell Dalton?
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