Jim Carrey

Porträts / Red Bulletin
19 Filme von Jim Carrey. Dauergrinsen oder echter Spaß? Ein Selbstversuch. Und 19 Filme in der Detailaufnahme.

Jim Carrey ist nicht unbedingt ein Vorbild für Kinder, denen man das Grimassen Schneiden abgewöhnen möchte. Wenn ihn im Film „Liar, Liar" (deutscher Titel: „Der Dummschwätzer"), in dem Carrey einen Anwalt spielt, sein Sohn besorgt fragt, ob Grimassen im Gesicht stecken bleiben können, antwortet er: „Ach was. Es gibt Leute, die leben ganz ausgezeichnet davon."

Jim Carrey ist der Tiger Woods des Grimassen Schneidens. Manchmal muss er nur die Augenbrauen heben, und das Publikum bricht in Gelächter aus. Meistens ist das aber nur der Anfang: Jim Carrey ist ein Ganzkörpergrimassenschneider. Wenn er erst einmal in Fahrt ist - und das ist er in jedem seiner weit über 20 Kinofilme - breitet sich das Zucken, das ihm von tief Innen ins Gesicht gestiegen ist, epidemisch aus, beschleunigt sämtliche Extremitäten, bis sie in einem scheinbar wilden Durcheinander, furioso, auszuschlagen beginnen. Das Beunruhigende daran ist, dass sich niemals ein Ende abzeichnet, bis Carrey am Boden liegt, seine Wohnung, sein Büro, seine Stadt dem Erdboden gleichgemacht hat. Seine Grimassen haben Kraft, ungeheure Kraft. Zerstörungskraft.
Großaufnahme. Carrey hebt die Augenbraue.

Der Mann, der für eine Hauptrolle besser bezahlt wird als sämtliche seiner Kollegen, musste freilich die buchstäbliche amerikanische Tellerwäscherkarriere hinlegen, bevor er als hofierter Star in Hollywood landete.
Carrey, Jahrgang 1962, wuchs in Kanada auf. Seine Eltern lebten in einem Vorort von Toronto, vier Kinder, die Mutter von Depressionen geplagt und hypochondrisch, der Vater Saxophonist, der sich aus Existenzangst dafür entschied, Buchhalter zu werden und ein paar Jahre später erst recht seinen Job verlor. Zu sechst hauste die Familie in einem Wohnmobil auf dem Gelände einer Metallwarenfabrik. Jim ging tagsüber zur Schule und arbeitete nachts als Hausmeister.
Er war lustig. In seiner Klasse war er der, der alle unterhielt. Das kam ihm ganz normal vor, denn sein Vater war auch lustig, unterhielt auch alle, außer seiner Familie: die war pleite.
Jim, der als Zehnjähriger bereits Auftritte in der „Sesamstraße" absolviert hatte, drängte ins Rampenlicht. Er war ein guter Personen-Imitator, und er konnte erstklassig Grimassen schneiden. Als er 16 war und die Schule sausen ließ, um sich in den Kellerbühnen Torontos als Stand-Up-Comedian zu versuchen, ermutigte ihn sein Vater: er wollte seinem Sohn die Fehler, die er gemacht hatte, ersparen.
Jim war wirklich lustig, das bestätigte bald ganz Toronto. Er machte Tom Jones nach und Sammy Davis jr., und der Enthusiasmus, mit dem seine Besucher darauf reagierten, motivierten ihn, das ganze auch in Amerika zu versuchen. Es dauerte nicht lange, bis Jim Carrey auch in Los Angeles als Geheimtipp der Underground-Komikerszene galt. Die Leute kreischten, wenn er mit verstellter Stimme Quatsch redete. Sie klopften sich auf die Schenkel, wenn er die Augenbrauen hob. Sie schrieen spitz, wenn auf James Dean machte.
Standing Ovations, jeden Abend.
Vermutlich wäre Jim Carrey nicht zum Superstar geworden, wenn er an dieser Stelle nicht nachgedacht hätte, wohin ihn diese Sorte Erfolg führen würde.
Nein, sagte er zu sich. Ich will nicht nach Las Vegas. Ich will ins Kino.
Er spielte Nebenrollen in TV-Produktionen, trat im Vorprogramm des bekannten Entertainers Rodney Dangerfield auf - und traf eine zweite, denkwürdige Entscheidung: er verzichtete darauf, Stars zu imitieren. Er wollte, dass die Leute über seine Scherze lachten. Das war mutig, denn seine Karikaturen von Showgrößen waren der Grund, warum ihm das Publikum zulief, und das ungeschriebene Gesetz im Show-Business lautet: Du kriegst keine zweite Chance.
Aber Carrey wollte zeitgenössisch sein, unberechenbar und, ja, gefährlich. Er wollte auf der Bühne Witze über die Schmerztabletten reißen, die seine Mutter nahm, und er wollte, dass die Leute darüber lachten. Er wollte eine Stunde lang darüber sprechen, was ihm gerade durch den Kopf ging, und er wollte nicht mehr den Unterkiefer vorschieben und „Mr. Bojangles" anstimmen. Er wollte nicht harmlos sein. Er wollte weh tun.
Er sagt, dass er sich bei seinen Auftritten fühlte wie Van Gogh: jeden Abend ein Ohr weniger.
Aber sobald im Saal die beklommene Ruhe enttäuschter Erwartungen einfuhr, tat Carrey, als würde er seine Frau anrufen: „Nein, Schatz, die Vorstellung läuft großartig, bald müssen wir uns keine Sorgen mehr machen wegen der Ratenzahlungen..."
Gehobene Augenbrauen, rollende Augäpfel. Schon hatte er das Publikum wieder in der Tasche.
Jim bekam eine eigene TV-Show („The Duck Factory"), die nach 13 Ausgaben wieder abgesetzt wurde. Mit in „Once bitten" („Einmal beißen bitte") gab er sein Kinodebüt. Francis Ford Coppola besetzte ihn auf einer Nebenrolle seiner Komödie „Peggy Sue got married" („Peggy Sue hat geheiratet"). Die erste Hauptrolle übernahm Carrey 1987 in „Earth Girls are easy" („Zebo, der dritte, aus der Sternenmitte"), einem ziemlich fragwürdigen Science-Fiction-Geblödel, irgendwo zwischen B- und C-Movie.
Erst als er 1990 bei der Sitcom „In Living Colour" anheuerte, wendete sich das Blatt. „In Living Colour" war für Jim Carrey das Sprungbrett, endlich das Umfeld zu bekommen, das er brauchte, um seine Fähigkeiten angemessen ausspielen zu können.

Ein zerbeultes Auto mit zerschlagener Windschutzscheibe rast auf die Kamera zu. Links, vom Beifahrersitz aus, lugt ein Hund aus dem Seitenfenster. Er hat weiße Locken und eine Struwwelfrisur. Der Hund lässt die Zunge heraushängen, scheint zu grinsen. Er bellt.
Rechts, vom Fahrersitz aus, lugt Jim Carrey aus dem Seitenfenster. Er hat eine Schwalbenschwanzfrisur und heißt Ace Ventura. Ace lässt die Zunge heraushängen, grinst unübersehbar. Dann bellt auch er.
In der Rolle des Tierdetektivs Ace Ventura schaffte Jim Carrey den Durchbruch. Die Komödie traf den Geschmack des großen, des ganz großen Publikums, und weil sie ganz auf die individuellen Fähigkeiten Jims zugeschnitten war, auf seine oszillierenden Gesichter, auf sein katatonisches Gehen, auf sein Talent, noch so banale Szenen in wenigen Augenblicken in ein Tollhaus zu verwandeln, reagierten die Studios mit hysterischer Euphorie. Binnen weniger Monate entstanden die Nachfolgekomödien „The Mask" („Die Maske"), ein Hochamt des Gesichterschneidens, und „Dumb and Dumber" („Dumm und Dümmer"), ein gleichzeitig trotteliges, aber auch romantisches und durchaus anrührendes Roadmovie.
Jeder dieser Filme spielte mehr als hundert Millionen Dollar ein.
Jim Carrey hatte diesen Erfolg gewollt, er hatte ihn regelrecht beschworen. 1990, als Millionengagen für ihn noch absolut außer Reichweite waren, hatte er sich selbst einen Scheck ausgestellt, „für geleistete Schauspielarbeiten". Die Summe lautete auf zehn Millionen Dollar, eine zu diesem Zeitpunkt lächerlich hohe Summe. Einzulösen sei der Scheck, so Carrey zu Carrey, am 23. November 1995, zu Thanksgiving.
1991 starb Jims Mutter. 1994, als seine Karriere gerade richtig in Fahrt kam, starb auch sein Vater. Jim hatte eben einen Vertrag für seinen nächsten Film unterschrieben, die Summe belief sich, Zufall?, Fügung?, auf exakt zehn Millionen Dollar. Jim nahm den Scheck, den er an sich selbst ausgestellt und während all der Jahre als Glücksbringer mit sich herumgetragen hatte, und steckte ihn seinem Vater in die Tasche des Anzugs, mit dem er begraben wurde.
Er soll auch dir Glück bringen, Daddy.

Jim Carrey spielte den „Riddler" in der Comicverfilmung „Batman Forever" (1995), er legte einen zweiten „Ace Ventura" („When Nature Calls", deutsch: „Jetzt wird's wild", 1995) nach, und für die Rolle als „Cable Guy" (deutsch: „Die Nervensäge", 1996), bekam er die höchste Börse, die bis dahin an einen Schauspieler bezahlt worden war: 20 Millionen Dollar.
Interessant, dass Jim Carrey ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt darüber nachzudenken begann, ob er bis ans Ende seiner Tage als Herold der brachialen Pointe, als Scherzkeks um jeden Preis agieren wollte.
Er wollte nicht. Nach der Komödie „Liar, Liar" (deutsch: „Der Dummschwätzer", 1997) ließ sich Jim Carrey auf seine ersten dramatischen Rollen ein. In Peter Weirs Mediensatire „The Truman Show" (1998) gab er, ohne auf seine Qualitäten als Komiker zu setzen, einen Mann (Truman Burbank), der irgendwann bemerkt, dass er von Geburt an Teil einer Reality Show ist. In Milos Formans „Man on the Moon" (deutsch: „Der Mondmann", 1999) übernahm er nach realem Vorbild die Rolle des selbstzerstörerischen Comedian Andy Kaufman.
Er spielte gleichzeitig Andy Kaufman und dessen anarchistisches Alter Ego Tony Clifton, mit beachtlicher Hingabe. „Am Set blieb Jim jeden Tag konsequent in einer dieser Rollen", erzählt Regisseur Milos Forman in einem Interview. „Als Tony Clifton brachte er beispielsweise stinkenden Limburger Käse mit und beleidigte die gesamte Crew. Das trieb mich anfangs zur Weißglut, doch bald fand ich Gefallen an diesem aufregenden Spiel, denn das Ergebnis war phänomenal. Nur den echten Jim Carrey habe ich bei unseren Dreharbeiten nie kennengelernt. Nicht ein einziges Mal!"

Während Jim im öffentlichen Leben Erfolge feierte, den Bogen vom Klamaukhelden zum ernstzunehmenden Schauspieler geschlagen hatte und scheinbar frei aller Sorgen tun konnte, was er wollte, versank er abseits des Rampenlichts in tiefe Melancholie.
Sein Privatleben funktionierte nicht. Zwei Ehen scheiterten. Seine Fans feierten Jim Carrey als den lustigsten Mensch auf der Welt, aber er musste sich am Set seiner Filme Taschentücher ausborgen, um die Tränen zu trocknen, die ihm immer wieder unvermutet über die Wangen liefen.
Doch er zerbrach nicht an den Depressionen, mit denen er ständig zu kämpfen hat. Wer den Dingen auf den Grund gehen will, sagt er, fällt zwangsläufig auf die Schnauze. Wer außergewöhnlich sein will, muss außergewöhnliche Schmerzen aushalten können.

Carrey drehte wieder Komödien, er drehte sie mit Inbrunst. Als er nach „Me, Myself & Irene" (deutsch: „Ich, beide & sie", 2000) an „How the Grinch Stole Christmas" (deutsch: „Der Grinch", 2000) arbeitete, verwandelte er sich mit einem Maximum an Einfühlungsvermögen in das Biest mit dem grünen Fell - denn genau so, sagte Carrey, „fühlte ich mich."
Er wuchs. Er wuchs über die Rollen hinaus, die ihm angeboten wurden. Carrey füllte die merkwürdigen, meist im Kern unglücklichen Typen, die er im Kalte-Kriegs-Melodram „The Majestic", (2001) und dem märchenhaften „Bruce Almighty", (deutsch: „Bruce Allmächtig", 2003) verkörperte, mit komischer Authentizität, einer sehr raren Disziplin. In „Eternal Sunshine of the Spotless Mind" (deutsch: „Vergiss mein nicht!", 2004) gelang ihm ein gültiger Beitrag zum Thema Vergessen, und in „Yes Man" (deutsch: „Der Jasager", 2008) gibt Carrey nicht nur bekannt, wie gern er Red Bull trinkt, er bringt auch ein philosophisches Denkspiel - was passiert, wenn ich jede Frage mit Ja beantworte - locker und bedenkenswert über die Rampe.

Am Anfang von „Mondmann" steht Jim Carrey allein im Schwarz einer Bühne. Nur ein Scheinwerfer ist auf ihn gerichtet.
Er sagt mit komischer Stimme: „Ich habe allen Blödsinn rausgeschnitten. Jetzt ist der Film kurz."
Dann wartet er lang.
Sehr lang.
Dann sagt er: „Das ist das Ende des Films."
Aber das stimmt nicht.
Das stimmt zum Glück nicht.






1
Titel: Man in the Moon (Der Mondmann)
Regie: Milos Forman
Handlung: Jim Carrey spielt den amerikanischen Anarcho-Komiker Andy Kaufman, dessen Lebenstraum es ist, in der Carnegie Hall aufzutreten. Andy macht Umwege über Clubs und Sitcoms, wird erfolgreich - und weigert sich dennoch, das zu tun, wofür ihn sein Publikum liebt. Er beginnt gegen Frauen zu wrestlen, bringt das Publikum gegen sich auf, stirbt schließlich an Krebs. Ein Film über die völlige Verschmelzung von Wahrheit und Schein.
Beste Szene: Am Anfang sagt Jim, er habe allen Blödsinn aus dem Film geschnitten. Jetzt sei er aus. Dann: die große, schwarze Pause. Sehr, sehr lang.
Grins-Faktor: 4/5

2
Titel: Bruce Allmighty (Bruce Allmächtig)
Regie: Tom Shadyac
Handlung: Der TV-Journalist Bruce (Jim Carrey) trifft nach einer Reihe persönlicher Katastrophen Gott persönlich, der ihm darauf für eine Woche Allmächtigkeit überträgt. Mit dieser Macht teilt Jim seine Suppe wie das Rote Meer, lässt seine Widersacher im Sender blöd aussehen und erfüllt pauschal, was sich die Menschen in ihren Gebeten an ihn gewünscht haben - was unweigerlich zur Katastrophe führen würde, wenn Gott nicht rechtzeitig vom Urlaub zurückkäme. Gott bügelt die Fehler aus, der Schluss sieht Bruce geläutert und demütig.
Beste Szene: Ungläubig sieht Bruce, wie Millionen Lotto-Gewinner demonstrieren, weil der Haupttreffer nichts wert ist: er hat ihnen allen den Wunsch erfüllt, im Lotto zu gewinnen.
Grins-Faktor: 3/5

3
Titel: Ace Ventura (Ace Ventura. Ein tierischer Detektiv)
Regie: Tom Shadyac
Handlung: Ace Ventura (Jim Carrey) spürt verloren gegangene Haustiere auf. Er kann mit Tieren sprechen und benimmt sich wie sie. Sein neuester Fall: er soll einen verloren gegangenen Delphin, das Maskottchen eines Football-Teams, aufspüren. Konflikte mit der Polizei, die auch an dem Fall arbeitet und, sind unausweichlich: eine Polizistin ist in die Sache verwickelt. Der Film rast dahin wie ein Tom & Jerry-Comic. Jim Carrey, der schwalbenschwänzige Detektiv, überschreitet die Grenze zwischen Comic und Film.
Beste Szene: Als Jim mit Ballettröckchen und Schlingensief-Frisur den durchgeknallten Football-Spieler gibt.
Grins-Faktor: 5/5

4
Titel: Dumm und dümmer   
Regie: Peter Farrelly, Bobby Farelly
Handlung: Die etwas trotteligen Freunde Harry und Lloyd reisen quer durch Amerika, weil sich Lloyd in Mary verliebt hat, die in ein Erpressungsdrama verwickelt ist. Lloyd findet den Koffer mit dem Lösegeld, und gemeinsam machen sich er und Harry in Aspen ein herrliches Leben - das direkt in der Katastrophe enden muss, dabei jedoch charmant und brechend lustig bleibt. Klamauk, aber wirklich unterhaltsam.
Lustigste Szene: Als sich Lloyd, der Chauffeur, von Mary, seinem Fahrgast verabschiedet und sie fragt: „Was wäre mit einer Umarmung?" Dieses Gesicht!
Grins-Faktor: 4/5

5
Titel: Liar, Liar (Der Dummschwätzer)
Regie: Tom Shadyac
Handlung: Der skrupellose und entsprechend erfolgreiche Anwalt Fletcher Reede (Jim Carrey) kann nach einem entsprechenden Wunsch seines Sohnes nur mehr die Wahrheit sagen. Ein Scheidungsfall, dessen positive Erledigung Fletcher eine Beteiligung an der Kanzlei eintragen soll, gerät darauf völlig aus dem Ruder. Fletcher sagt stets die Wahrheit, beleidigt Richter, Klienten, seine Chefs: auf dem Weg zum Happy End liefert Jim Carrey substantielle Dialoge, furiose Schauspielkunst und eine neue Qualität humorvoller Dramen.
Beste Szene: Als Fletcher bei der Sitzung aller Anwälte diese wüst beschimpft - und dafür nur beipflichtendes Gelächter erntet.
Grins-Faktor: 3/5

6
Titel: Truman-Show (Die Truman-Show)
Regie: Peter Weir
Handlung: Am 10909. Tag seines Lebens bemerkt der Versicherungsvertreter Truman Burbank, dass er seit seiner Geburt Hauptdarsteller einer Reality-Show ist. Er versucht zu fliehen, und wie er das versucht, ist Gegenstand dieser dramatischen Mediensatire, die nichts Echtes, nur kalkulierte Emotionen vorführt - außer bei Truman selbst, den Jim Carrey extrem zurückhaltend, aber sehr ergreifend, spielt.
Spannendste Szene: Wie Truman der Beobachtung von 5000 Kameras durch einen Taschenspielertrick entkommt.
Grins-Faktor: 1/5

7
Titel: Batman Forever
Regie: Joel Schumacher
Handlung: Es ist nichts weniger als der ganz, große Showdown, den der Riddler (Jim Carrey) gemeinsam mit seinem Kumpanen Two-Face heraufbeschwört, um die Superhelden Batman und Robin endgültig zu besiegen. Es muss nicht dazugesagt werden, dass dies am Schluss misslingt, doch werden sämtliche Handlungsmöglichkeiten bis zuletzt ausgereizt, damit der superintelligente Riddler, der Fratzen reißt wie noch kein Mensch zuvor, seinen Fuß auf Batmans Brust setzen kann. Am Schluss explodiert sein Kopf, weil er zuviel weiß. Kein gutes Omen für Kluge.
Beste Szene: Wie der Riddler nach einem großen Solo selbstironisch fragt: „War das nicht ein bisschen zu viel?"
Grins-Faktor: 5/5

8
Titel: Eternal Sunshine of the Spotless Mind (Vergiss mein nicht!)
Regie: Michel Gondry
Handlung: Um seine Beziehung zu Clementine zu retten, unterzieht sich Joel(Jim Carrey), einer komplizierten Prozedur, die sein Gedächtnis löschen soll - eine Behandlung, die Clementine bereits hinter sich hat. Es entspinnt sich ein großes Durcheinander von Rückblenden und Erinnerungen an die gemeinsam verbrachte Zeit, die zum Teil zu verblüffenden Ergebnissen - und am Schluss zu einem nicht mehr vermuteten Happy-End führen. Virtuose Hauptdarsteller (Carrey und Kate Winslet) und ein Oscar-gekröntes Drehbuch.
Beste Szene: Wie Joel mit Clementine eine Nacht auf dem Eis verbringt. Sehr romantisch!
Grins-Faktor: 1/5

9
The Majestic
Regie: Frank Darabont
Handlung: Hollywood in den fünfziger Jahren: Der Drehbuchschreiber Peter Appleton (Jim Carrey) der zu Unrecht verdächtigt wurde, ein Kommunist zu sein, verliert bei einem Autounfall sein Gedächtnis und wird von einer ganzen Kleinstadt für einen vermissten Kriegshelden gehalten. In einer ziemlich schmalzigen Rahmenhandlung eröffnet er darauf das Kino „The Majestic", gewinnt beim Anschauen eines seiner Filme das Gedächtnis zurück und kann zur Untermalung von Geigen alle Verwechslungen aufklären. Etwas simpler, sentimentaler Historienfilm.
Beste Szene:
Grins-Faktor: 2/5

10
How the Grinch Stole Christmas (The Grinch)
Regie: Ron Howard
Handlung: Der Grinch (Jim Carrey) ist ein missmutiges, grün behaartes Geschöpf, das in einer Berghöhle lebt und den Bewohnern des nahen Dorfes Weihnachten vermiesen möchte. Die Story des Kinderbuchautors Dr. Seuss war in den sechziger Jahren zu einem Zeichentrickfilm-Klassiker verarbeitet worden, auf dessen Spuren sich der völlig in seinem Metier befindliche Jim Carrey befindet. Er ist der Grinch, und dass oscar-prämierte Make-up scheint zwischendurch gar nicht mehr vorhanden zu sein. Klar gibt es ein Happy-End.
Beste Szene: Als der Grinch aufwacht und sich selbst darin bestärkt, warum es das Beste ist, alle anderen zu hassen
Grins-Faktor: 5/5

11
Titel: The Cable Guy (Die Nervensäge)
Regie: Ben Stiller
Handlung: Der Fernsehtechniker Chip (Jim Carrey) soll seinem Kunden Steven nur einen Kabelanschluss herstellen, doch statt dessen mischt er sich offensiv in Stevens Leben ein, inklusive dessen verkrachter Beziehung zu seiner Ex-Freundin Robin. Intensives Geblödel, niveaulose Scherze, aber wie immer in Carrey-Filmen auch plötzliche Geniestreiche, wie die Blockierung einer Parabolantenne als Metapher für den Kampf gegen die Übermacht des Fernsehens.
Beste Szene: Als Chip beim Basketballspielen eine ganze Mannschaft aufmischt
Grins-Faktor: 5/5

12
Titel: Me, Myself & Irene (Ich, beide & Sie)
Regie: Peter und Bobby Farelly
Handlung: Jim Carrey spielt den Streifenpolizisten Charlie Baileygate, der nach einem Zusammenbruch unter Bewusstseinsspaltung leidet und, sobald er seine Medikamente vergisst, ein zweites Ich, den ekelhaften Hank Evans zum Vorschein bringt. Irene, eine hübsche Blondine, taucht auf, Charlie und Hank rittern auf aberwitzige Weise um sie, was sich zu einem komischen Doppel-Solo für Jim Carrey auswächst. Keine Überraschung am Schluss, Charlie schaltet Hank aus und kriegt Irene.
Beste Szene: Als Hank sich an der Tankstelle mit vier Schlägern anlegt (und mit E-Schock-Gerät erlegt wird)
Grins-Faktor: 4/5


13
Titel: Once bitten (Einmal beißen bitte)
Regie: Howard Storm
Handlung: Am interessantesten an diesem Film ist, wie jung Jim Carrey in seiner ersten Hauptrolle aussah und für welchen Ramsch er sich hergab. Er spielt in dieser Adaption eines Vampirfilms einen High-School-Schüler, der seine Freundin erobern will, jedoch in die Fänge einer Vampirgräfin (immerhin Lauren Hutton!) gerät. Viel Ulk, viel Gekreische, viel Blut, am Schluss Sex. Und Schülerhumor.
Beste Szene: Als Jim in einer Turnhalle mit zwei Girls tanzt
Grins-Faktor: 3/5

14
Titel: Earth Girls are easy (Zebo der Dritte aus der Sternenmitte)
Regie: Julien Temple
Handlung: Drei außerirdische Typen mit merkwürdigen Frisuren landen ihr Raumschiff in einem Swimmingpool, der zufällig der attraktiven Valerie (Geena Davis) landet. Die verliebt sich nach seinem Friseurbesuch prompt in Mac (Jeff Goldblum), während Wiploc (Jim Carrey) versucht, das Unvermeidliche mit den pubertärsten Scherzen des Universums abzuwenden. Umsonst. Am Schluss rauscht Valerie mit Mac zurück ins All.
Beste Szene: Als Wiploc einen Table-Dance aufführt
Grins-Faktor: 4/5

15
Titel: The Mask (Die Maske)
Regie: Chuck Russell
Handlung: Eine Unterweltstory, eine Bankräuberstory, eine Liebesgeschichte, eine Comiclegende: in Wahrheit ist dieser Film eine totale Versuchsanordnung für die Mimik und die Pointen eines entfesselten Jim Carrey, egal ob er als der Bankangestellte Stanley Ipkiss oder die grüngesichtige Maske auftritt. Am Schluss kriegt er Tina (Cameron Diaz) und schmeißt seine Maske in den Fluss. Schade.
Beste Szene: Als Stanley im Nachtklub Coco Bongo von Gangstern gestellt wird und in einer Zehntelsekunde eine Batterie von Waffen ans Tageslicht zaubert
Grins-Faktor: 5/5

16
Titel: Der Ja-Sager (Yes Man)
Regie: Peyton Reed
Handlung: Der skeptische Kreditberater Carl (Jim Carrey) lässt sich von einem Guru dazu motivieren, sein Leben neu zu ordnen, indem er statt „Nein" auf jede Frage mit „Ja" antwortet. Das macht sich bezahlt: er wird befördert, macht den Pilotenschein und fängt eine schöne Beziehung mit Allison(Zooey Deschanel) an. Zwar gestaltet sich der Versuch etwas kratzig (Probleme mit Allison), aber am Schluss doch positiv und grundkomisch, mit Jim als gereiftem Komiker.
Beste Szene: Als Ja-Sager Carl per Email gefragt wird, ob er sich seinen Penis vergrößern lassen will
Grins-Faktor: 2/5

17
Titel: Ace Ventura: When Nature Calls (Ace Ventura - Jetzt wird's wild)
Regie: Steve Oedekerk
Handlung: Der Tierdetektiv Ace Ventura wird nach einer Schaffenskrise in Afrika aktiv. Er sucht (und findet) die heilige Fledermaus Shikaka, um die ein Stammeskrieg tobt, und entfesselt ein solches Feuerwerk an grobschlächtigen Witzen, dass selbst die Tiere, mit denen er sich verbündet hat, betreten zu Boden blicken.
Beste Szene: Als Ace mit seinem Landrover von der Straße abbiegt und durch den Dschungel hoppelt
Grins-Faktor: 4/5

18
Titel: Fun with Dick and Jane (Dick und Jane)
Regie: Dean Parisot
Handlung: Dick (Jim Carrey) und seine Frau Jane (Téa Leoni) sind Opfer einer Unternehmenspleite. Zuerst arbeitslos, flüchten sie in die Kriminalität und geraten auf die Spur veruntreuter Millionen, wegen derer die Firma bankrott ging. Happy End, und viele, viele hysterische Grimassen.
Beste Szene: Wie sich Dick und Jane einseifen und im Rasensprenger des Nachbarn duschen, weil ihnen Strom und Wasser abgedreht wurden
Grins-Faktor: 4/5

19
Titel: Lemony Snicket's A Series Of Unfortunate Events (Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse)
Regie: Brad Silberling
Handlung: Graf Olaf (Jim Carrey) ist Vormund von drei Waisenkindern, denen er das Vermögen ihrer Eltern abjagen möchte. Olaf scheitert, das Rennen geht allerdings weiter, in einer ungeheuerlichen Fantasy-Welt.
Skurrilste Szene: Als Graf Olaf mit seinem Auto auf den Bahngeleisen stehen bleibt und der Zug kommt...
Grins-Faktor: 4/5

20
Titel: The Number 23 (Number 23)
Regie: Joel Schumacher
Handlung: Mysteriöse Zusammenhänge führen dem Hundefänger Walter (Jim Carrey) vor Augen, dass er Autor des Romans „The Number 23" ist: das hat weitreichende Konsequenzen. Er war an einem Mord beteiligt, den er im Nachhinein auch gesteht. Etwas vordergründiger Thriller, in dem die geheimnisvolle Zahl 23 nach allen Regeln der Kunst durchdekliniert wird.
Beste Szene: Als sich Walter an den Mord, den er beging, erinnert.
Grins-Faktor: 1/5











Food & Beverage

Christian Seilers
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